Selbstportraits

Die Serie “Selbstportraits” entstand mitten in New York zur Jahrtausendwende, als die Künstlerin, inspiriert von ihrer Fremdheit in der Metropole und ihrem Drang zur Selbstentdeckung, begann, verschiedene Facetten ihrer Persönlichkeit zu erforschen. In ihrem Apartment richtete sie aufwändige Sets ein und inszenierte sich selbst als Regisseurin und Schauspielerin in einer Serie von Selbstportraits. Diese wurden ohne digitale Bearbeitung aufgenommen und zeigen die Künstlerin in verschiedenen Rollen, darunter als Vamp, Braut oder Madonna mit Kind.

Die Selbstportraits zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und einer spielerischen Experimentierfreude. Durch die Verwendung von Requisiten wie Puppen, Blumen und Elementen der weiblichen Garderobe erschafft die Künstlerin eine ästhetische Farb- und Motivkomposition, in der Realität und Phantasie miteinander verschmelzen. Die ungewisse Zeit zwischen Aufnahme und Entwicklung der analogen Bilder verstärkte den prozesshaften Charakter der Arbeit.

Die Selbstportraits reflektieren die damalige Zeit der analogen Fotografie und zeichnen sich durch eine Mischung aus sakralen Elementen, Spielsachen und Verkleidungen aus. Die Serie entführt den Betrachter in eine Welt der Mystik und Koketterie, in der die Grenzen zwischen Realität und Phantasie verschwimmen. Maria Haas gelingt es, tradierte Bedeutungen auf den Kopf zu stellen und neue Kontexte zu schaffen, die den menschlichen Körper in unerwarteten Zusammenhängen präsentieren.

Selbstportrait, New York City 1997
Selbstportrait, New York City, 2017
Selbstportrait, New York City, 2017
Selbstportrait, New York City, 2017
Selbstportrait, Wien 1998
Selbstportrait, Wien 1998
Selbstportraits, Wien 1999
Selbstportrait, Wien 1999